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Ooni Koda 12 Anleitung: perfekte Pizza in 60 Sekunden

7 Min. Lesezeit

Mit dem Ooni Koda 12 machst du in ungefähr einer Minute pro Stück echte Neapolitana: knuspriger Boden, luftiger Rand, ein paar dunkle Blasen obendrauf. Der häufigste Stolperstein beim ersten Mal ist immer derselbe: zu früh einschießen. Oben schon dunkel, unten noch Teig. Der Ofen ist kein zickiges Gerät, aber er verzeiht keine Ungeduld. Beachtest du zwei, drei Dinge, backst du damit Pizza, für die man in Neapel ansteht, direkt im eigenen Garten.

Diese Anleitung führt dich einmal komplett durch: aufbauen, Gas anschließen, vorheizen, einschießen, drehen, sauber machen. Und sie zeigt dir, wo es erfahrungsgemäß hakt.

Bevor du loslegst

Der Ooni läuft mit Gas, nicht mit Strom, kein Kabel, keine Steckdose, du stellst ihn hin, wo du willst. Innen liegt ein dicker Schamottstein aus Cordierit, und der ist der heimliche Star: Er saugt sich mit Hitze voll und backt dir von unten den knusprigen Boden. Leicht genug, dass du ihn allein auf den Gartentisch hebst.

Eine Sache ist nicht verhandelbar: Das Ding gehört nach draußen. Terrasse, Garten, Balkon mit ordentlich Abstand, ja. Wohnung, Zelt, Garage, niemals. Der Ofen entwickelt Abgase und richtig viel Hitze, das gehört an die frische Luft.

Wenn du ihn bei uns mietest, kommt alles mit, was du brauchst: Schaufel, Infrarot-Thermometer, Tragetasche, eine Gasfüllung. Auspacken, hinstellen, los. Für eine große Runde pack dir eine zweite Gaskartusche als Add-on dazu, dann geht dir mitten im Ansturm nicht die Puste aus.

Aufstellen

Such dir einen ebenen, festen Platz, Metall-, Stein- oder unbehandelter Holztisch, Hauptsache er wackelt nicht und ist hitzefest. Rundum einen guten Meter Abstand zu Wand, Markise, Hecke und allem, was brennen kann.

Klapp die Füße aus, stell den Ofen waagerecht hin und schau kurz, dass der Stein sauber und mittig liegt. Ein Punkt, den viele vergessen: Dreh die Öffnung weg vom Wind. Zieht es rein, flackert die Flamme, und die Hitze wird ungleich. Ein windstiller Stand ist die halbe Miete.

Gas anschließen

Hier arbeitest du in Ruhe, nicht nebenbei. Regler auf Aus, Schlauch mit Regler und Kartusche verbinden, handfest anziehen, fest, aber ohne Kraftakt. Dann das Gas an der Flasche aufdrehen.

Bevor du zündest, der wichtigste Handgriff überhaupt: Pinsel etwas Seifenwasser auf alle Verbindungen. Blubbert irgendwo ein Bläschen, ist da eine undichte Stelle, Gas zu, neu ansetzen, nochmal prüfen. Erst wenn nichts mehr blubbert, geht es weiter.

Zünden: Regler auf, Zündknopf drücken, die Flamme soll ruhig und blau brennen. Springt sie nicht sofort an, kurz warten, damit sich kein Gas sammelt, und noch einmal.

Vorheizen, hier fällt die Entscheidung

Das ist der Schritt, an dem fast jede misslungene Pizza scheitert. Nicht am Teig, nicht am Belag, am zu frühen Einschießen. Dreh den Regler voll auf und gib dem Ofen seine Zeit, so ungefähr eine Viertelstunde.

In der Zeit wird nicht nur die Luft heiß, sondern vor allem der Stein. Und der Stein ist es, der deinen Boden backt. Ein Ofen, der oben schon lodert, sagt dir noch nichts über den Stein darunter, der braucht länger.

Nimm also das Thermometer und miss die Steinmitte, nicht den Rand; der Rand ist immer etwas kühler. Der Stein muss brüllend heiß sein, richtig durchgeheizt. Ein guter Test ganz ohne Zahlen: Ein Tröpfchen Mehl auf dem Stein sollte binnen Sekunden dunkel werden. Ist er noch lau, gib ihm einfach ein paar Minuten mehr. Das ist keine verlorene Zeit, das ist die wichtigste.

Kleiner Trick für die Serie: Nach jeder Pizza kühlt der Stein genau an der Stelle ab, wo sie lag. Flamme kurz hochdrehen, eine Minute nachheizen lassen, dann kommt die nächste. So wird jede so gut wie die erste.

Pizza vorbereiten und einschießen

Während der Ofen heizt, machst du die Pizzen fertig. Drei Dinge, an denen wirklich alles hängt:

  • Zieh den Teig mit den Händen dünn aus, um die 30 Zentimeter, kein Nudelholz. Bei der Hitze muss der Boden dünn sein, sonst wird er innen nicht durch.
  • Belege sparsam. Wenig Soße, wenig Käse, wenig obendrauf. Jeder Klecks zu viel wässert den Boden und bremst die Hitze aus.
  • Mehl die Schaufel großzügig, mit Mehl oder Hartweizengrieß, damit die rohe Pizza nachher sauber runterrutscht.

Der Test direkt vorm Einschießen: Ruckel die belegte Pizza einmal auf der Schaufel. Rutscht sie frei hin und her, ab in den Ofen. Klebt sie fest, heb den Rand an und streu Mehl darunter, lieber jetzt merken als beim Einschießen.

Und dann beherzt: Schaufel weit rein bis fast zur Rückwand, leicht ankippen, mit einem entschlossenen Ruck zurückziehen. Zögerst du, landet der Belag in Falten. Einmal richtig ist besser als dreimal zaghaft.

Drehen, der Trick, den keiner auslassen darf

Die Flamme sitzt hinten. Die zugewandte Seite gart also viel schneller. Lässt du die Pizza einfach liegen, ist sie hinten verkohlt und vorn blass. Deshalb drehst du sie: ungefähr alle 20 Sekunden eine Vierteldrehung, mit der Schaufel leicht anheben und um 90 Grad weiter. Drei-, viermal, dann ist sie einmal rum und fertig. Zieh dir dafür hitzefeste Handschuhe an, Gehäuse und Schaufelgriff werden glühend heiß.

Nach etwa einer Minute holst du sie raus. Der Rand ist goldbraun, mit ein paar dunklen Blasen. Genau die gehören dahin, das ist kein Anbrennen, das ist Neapel.

Der Teig macht die halbe Musik

Der heißeste Ofen rettet keinen mittelmäßigen Teig. Das Wichtigste ist Zeit: Setz den Teig einen Tag vorher an und lass ihn über Nacht im Kühlschrank reifen. Er schmeckt danach besser und lässt sich viel williger dünn ausziehen. Wie du ihn ansetzt, steht Schritt für Schritt beim Pizzateig selber machen.

Für neapolitanischen Stil als grobe Anhaltspunkte:

  • Feines Mehl vom Typ 00 oder 405 zieht sich schön elastisch.
  • Ungefähr 60 bis 65 Prozent Wasser bezogen auf die Mehlmenge, zu nass klebt, zu trocken reißt.
  • Pro Pizza ein Teigball von gut 230 Gramm, vorher rund geschliffen, dann geht der Rand schön auf.

Und noch einmal, weil es so entscheidend ist: von Hand ausziehen, nie mit dem Nudelholz. Das Holz drückt genau die Luft aus dem Rand, die du für den luftigen Cornicione brauchst. Von der Mitte nach außen arbeiten und den äußeren Wulst stehen lassen.

Beläge, die in einer Minute funktionieren

Bei dieser Backzeit gilt: weniger ist mehr, und alles muss schnell durch sein. Was normalerweise lange schmoren müsste, hat hier keine Chance.

  • Margherita: passierte Tomaten, Fior di Latte oder Büffelmozzarella, Basilikum erst nach dem Backen, ein Faden Olivenöl. Damit lernst du den Ofen am besten kennen.
  • Salami dünn und sparsam. Rohschinken erst nach dem Backen drauf, sonst wird er ledrig.
  • Gemüse in dünnen Scheiben, Zucchini, Champignons. Festes wie Kartoffel vorher kurz vorgaren.
  • Bianca ganz ohne Tomate, dafür Ricotta, Mozzarella, etwas Rosmarin. Bräunt herrlich.

Ein Tipp aus der Praxis: Stell Soße, Käse und Beläge in Schälchen auf einen Tisch, und jeder belegt seine eigene. Du stehst am Ofen, schießt ein und drehst, das ist ein Rhythmus, der sich fast von selbst trägt, und die Gäste haben ihren Spaß dabei.

Wenn es mal nicht klappt

  • Rand verbrannt, Belag noch roh? Du drehst zu selten, oder die Flamme steht voll auf, während die Pizza schon drin ist. Öfter drehen, und sobald der Rand Farbe nimmt, die Flamme etwas zurücknehmen.
  • Boden roh und labbrig? Der Stein war zu kalt, der Klassiker. Länger vorheizen, zwischen den Pizzen nachheizen lassen. Auch zu viel Soße oder zu dicker Teig macht den Boden weich.
  • Pizza klebt an der Schaufel? Zu wenig Mehl, oder sie lag zu lange belegt darauf. Erst kurz vorm Einschießen belegen und den Rutsch-Test nicht vergessen.
  • Eine Seite dunkler als die andere? Wind oder zu selten gedreht. Ofen windgeschützt stellen und beim 20-Sekunden-Takt bleiben.

Reicht eine Gasfüllung?

Für einen normalen Abend im Garten locker. Du bäckst eine ganze Runde durch, ohne einmal ans Gas zu denken. Rechne pro Pizza mit gut einer Minute plus etwas Nachheizen, in der Praxis kommt so alle zwei, drei Minuten eine raus. Und weil die Dinger klein sind, isst jeder Gast über den Abend gut zwei, drei Stück weg.

Planst du eine große Feier oder ein langes Sommerfest, nimm die zweite Gaskartusche als Add-on mit, dann musst du gar nicht erst rechnen. Der wichtigste Planungssatz überhaupt: Mach allen Teig und alle Beläge fertig, bevor du zündest. Der Ofen backt schneller, als du belegen kannst.

Sauber machen und abkühlen

Die gute Nachricht: Bei dieser Hitze reinigt sich der Ofen fast von selbst, Reste verglühen einfach zu Asche.

Nach dem letzten Stück:

  1. Gas zu, erst an der Flasche, dann am Regler.
  2. Ofen ganz auskühlen lassen. Stein und Gehäuse bleiben lange heiß, oft über eine Stunde, nichts anfassen, bis alles handwarm ist.
  3. Ist der Stein kalt, kehr die Asche mit einer Bürste ab. Kein Wasser, kein Spüli auf den Stein; er saugt sich voll und kann beim nächsten Aufheizen reißen.
  4. Dunkle Flecken auf dem Stein sind völlig normal, kein Grund zur Sorge.

Bei uns gibst du ihn einfach grob abgekehrt zurück, den Rest machen wir. Wie Rückgabe und Kaution laufen, steht bei So funktioniert die Miete.

Kurz gesagt

Gründlich vorheizen, den Stein wirklich durchheizen lassen, alle 20 Sekunden drehen, mehr Geheimnis steckt nicht dahinter. Nach der zweiten, dritten Pizza sitzt der Ablauf, und ab da macht es einfach nur noch Spaß.

Kaufen musst du dir dafür nichts. Für dein Event in Berlin mietest du den Ooni Koda 12 ab 50 €/Tag, mit Schaufel, Thermometer, Tasche und Gasfüllung, die Kaution bekommst du hinterher zurück. Wir liefern in der ganzen Stadt oder du holst kostenlos ab; welche Ecken wir abdecken, siehst du im Liefergebiet.

Häufige Fragen

Wie lange muss der Ooni Koda 12 vorheizen?

Plan etwa eine Viertelstunde mit voll aufgedrehter Flamme ein. Wichtiger als die Zeit ist der Stein: Er muss richtig durchgeheizt sein. Prüf das mit dem mitgelieferten Infrarot-Thermometer, bevor die erste Pizza reingeht. Ein Mehltröpfchen auf dem Stein sollte binnen Sekunden dunkel werden.

Warum wird mein Pizzaboden roh, obwohl der Ofen heiß ist?

Fast immer, weil der Stein noch zu kalt ist. Der Ofen glüht oben, aber gebacken wird der Boden über den Stein, und der braucht länger zum Aufheizen. Länger vorheizen, zwischen zwei Pizzen kurz nachheizen lassen. Auch zu viel Soße oder zu dicker Teig macht den Boden roh.

Wie oft muss ich die Pizza im Ooni Koda 12 drehen?

Ungefähr alle 20 Sekunden um eine Vierteldrehung. Die Flamme sitzt hinten, deshalb gart die zugewandte Seite schneller. Nach drei bis vier Vierteldrehungen ist die Pizza einmal rum und in gut einer Minute fertig, mit gleichmäßig gebräuntem Rand.

Wo betreibe ich den Ooni Koda 12 am besten?

Immer draußen: Terrasse, Garten oder Balkon mit genug Abstand zu allem, was brennen kann. In geschlossenen Räumen, Zelten oder der Garage geht es wegen der Abgase und der starken Hitze nicht. Stell ihn windgeschützt hin, damit die Flamme ruhig brennt.

Was ist beim Verleih alles dabei?

Der Ooni Koda 12 kommt als Komplettpaket: Pizzaschaufel, Infrarot-Thermometer, Tragetasche und eine Gasfüllung. Für größere Runden buchst du eine zweite Gaskartusche als Add-on dazu, damit dir mitten in der Feier nicht die Hitze ausgeht.

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